Wieviele Projekte solltest du haben, um glücklich zu sein? – Dieser Text gibt dir die Antwort.

Wieviele Projekte solltest du haben, um glücklich zu sein? – Dieser Text gibt dir die Antwort.

Als Barbara Sher 2006 das Buch „Refuse to Choose“ (“Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast.”) herausbrachte und dort die zwei Typen Diver und Scanner vorstellte, bekam sie eine Riesenmenge an Post. Als Hintergrund: Diver sind Spezialisten oder echte Freaks, die sich in eine einzige Sache reinfuchsen, so wie zum Beispiel der stereotypische Physikprofessor. Scanner sind Leute, die immer mindestens drei Projekte gleichzeitig am Laufen haben – so wie du!


„Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast.“
Barbara Sher


Barbara bekam also Post von Scannern, die ihr Dinge schrieben wie: „Danke, dass du mir gezeigt hast, wer ich bin! Jetzt weiß ich endlich, dass es o. k. ist, mehrere Projekte zu haben.“ Das war damals eine große Befreiung für viele Menschen! Heute leben wir aber in einer anderen Zeit und ich sehe das mittlerweile sehr kritisch. Heutzutage ist es normal, immer wieder den Job zu wechseln, und nebenberuflich ein Unternehmen zu gründen. Wir nehmen uns diese Freiheiten und merken dabei, dass uns das aber auch nicht unbedingt glücklich macht.

So vielseitig zu sein und mehrere Projekte gleichzeitig am Laufen zu haben, hat nämlich auch seine Nachteile:

  • Je mehr Projekte du hast, desto weniger Zeit und Energie kannst du in jedes einzelne von ihnen stecken. Daher gehen die Projekte langsamer voran und es dauert länger, bis du damit erfolgreich wirst.
  • Wenn du mehrere Projekte gleichzeitig verfolgst, ist es sehr schwer, in dem was du tust, wirklich Experte zu sein. Gerade wenn du dir nebenberuflich eine Selbstständigkeit aufbaust, wirst du immer gegen Konkurrenten antreten, die das schon länger und Vollzeit machen! Dadurch ist es schwieriger, erfolgreich zu werden und irgendwann holt dich der Frust ein.
  • Viele Fäden gleichzeitig zu verfolgen, erfordert ein hohes Maẞ an Konzentration und Disziplin. Überall wollen Fristen eingehalten und Termine koordiniert werden. Du brauchst für ein Projekt auch mal ein paar Stunden unverplanter Zeit, wo du kreativ und strategisch denken kannst. Die Gefahr ist groß, dich zu verzetteln, unzufrieden im Job oder dem Stress nicht mehr gewachsen zu sein.

All diese Punkte sind nicht tragisch, wenn du etwas nebenbei als Hobby betreibst, wo du nicht auf Erfolg angewiesen bist, so wie ein Trainer im Sportverein. Sobald du aber etwas Neues aufbauen oder damit einen Lebensunterhalt verdienen willst, musst du dich diesen Herausforderungen stellen.

Natürlich gibt es auch Vorteile, wenn du mehrere Projekte gleichzeitig hast. Das sind auch meine Gründe, warum ich es sehr schätze, so vielseitig unterwegs zu sein!

  • Es tut einfach gut, als Mensch vielseitig unterwegs zu sein. Mein Solarjob fordert mich intellektuell und auf Projektmanagementebene heraus. Das Coaching fordert mich emotional und als Mensch. Und der Aufbau meines Podcasts und Coaching-Businesses fordert mich als Unternehmer. Ich liebe diese vielen verschiedenen Herausforderungen! Das heißt auch, dass du deinen Arbeitstag sehr abwechslungsreich gestalten kannst: Früh Telefonate, dann ein Dokument fertig machen, Nachmittag ein Team treffen und abends einen Vortrag halten – richtig gut!
  • „Resilienz durch Diversifizierung“: Was heißt das? Wenn du vielseitig unterwegs bist, steckst du einen Rückschlag auf einer Baustelle leichter weg. Während du Stress mit deinem Chef hast, läuft dein Ehrenamtsprojekt mit Flüchtlingen super. Du bekommst eine Absage von einem Kooperationspartner, aber am gleichen Tag kontaktiert dich ein Interessent für deinen Workshop.
  • Wahrscheinlich am wichtigsten: Ich will es einfach so. Ich bin ein Typ, der gerne mehrere Sachen gleichzeitig macht. Killerargument: Monotonie. Bei mir ist es auch so, dass ich einfach auf mehreren Feldern etwas in der Welt verändern will: Ja, ich will etwas zur Begrenzung der weltweiten Armut tun, den Klimaschutz voranbringen, aber auch zu einem neuen System für Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Und ich glaube daran, dass es möglich ist, all dies zu schaffen.

„Wenn du vielseitig unterwegs bist, steckst du einen Rückschlag auf einer Baustelle leichter weg.“


Lohnt es sich also, all die Herausforderungen anzunehmen, die es mit sich bringt, wenn du viele Projekte gleichzeitig beackerst? Oder ist es besser, dich auf eine Sache zu konzentrieren?

Nun, die Entscheidung triffst du alleine. Es hängt sehr viel damit zusammen, was für ein Typ du bist und ob du diese Vielseitigkeit brauchst. Ich beneide Menschen oft, die ihr Lebensthema klar vor Augen haben und sich ganz bewusst auf eine Sache konzentrieren. Die Expertise, Durchschlagskraft und auch die Begeisterungsfähigkeit, die daraus resultieren, sind unschlagbar!

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wie ist das eigentlich bei den Menschen, die ich für meinen Podcast interviewe, die erfolgreich ihr Ding machen und damit gleichzeitig glücklich sind und die Welt verbessern? Bei diesen „Meistern“ sehe ich folgendes Muster:

  • Am Anfang geben sich diese Menschen genügend Zeit, um ihre Berufung zu finden. Sie probieren sich aus und machen ganz verschiedene Erfahrungen: Beim Reisen, bei Freiwilligenarbeit oder in Seminaren oder Retreats. Das ist elementar, um zu merken, was dir im Leben wirklich wichtig ist.
  • Anschließend kommt eine Zeit des Fokus, wo ein Thema komplett im Mittelpunkt steht und diese Menschen alle ihre Energie dort hineinstecken und damit auch zu echten Experten werden. Diese Zeit ist essenziell, um seinen Traumjob zu konkretisieren und in der Welt eine echte Wirkung zu erreichen!
  • Und wenn sie dann erst einmal erfolgreich in einer Sache sind, dann kann auch wieder eine Weiterentwicklung einsetzen: Der Aktivist wird zum Sozialunternehmer, Unternehmensberaterin wird zur ganzheitlichen Beraterin, der Tänzer wird zum Trainer, Workshopleiter und Buchautor.

Und jetzt over to you:

Bist du ein Scanner, und was ist deine größte Herausforderung oder dein größter Zweifel? – Schreibt es mir hier im Kommentarbereich!

 

 

 

2 Comments
  • Claudia Drewniak
    Posted at 16:26h, 05 Juli

    Lieber Tobias,

    dein Blogartikel passt bei mir gerade wie die Faust auf´s Auge. Schon lange frage ich mich, ob ich zu viel mache bzw. ob das, was ich gerade betreibe, mich wirklich erfüllt.

    Du schreibst in deinem Artikel, dass sich die „Meister“ zu Beginn eine Art Auszeit nehmen, um sich klarer zu werden, was für sie eine sinnvolle Arbeit wäre.

    Ich habe momentan leider keine Ressourcen, um mich eine Zeit aus meinem Arbeitsleben auszuklinken.

    Was könnte ich machen, damit mir meine Berufung klarer wird, aber nicht so viel Zeit kostet?

    Danke schon einmal im Voraus für deine Antwort!

    Claudia

    • Tobias März
      Posted at 11:58h, 07 Juli

      Liebe Claudia, danke für deine Frage – guter Punkt.
      Erstmal: Du bist nicht alleine:-) Letztens hatte ich einen Teilnehmer im Workshop mit Kindern zu versorgen, aber getrennt lebend mit entsp. Kosten, 40h-Woche. Und es gibt viele andere Fälle.
      Was hilft?
      Die kurze Antwort: Mein Arbeitsbuch durcharbeiten;-) Auf der Startseite frei verfügbar.
      Die ausführlichere Antwort:
      * Anerkennen dass dir das Thema wichtig ist, und die Entscheidung treffen, ihm Platz einzuräumen
      * Im Detail schauen, wo du Zeit dafür aufbringen kannst (1h am Abend; plus zwei Wochenenden pro Monat…) und dich dann wirklich damit beschäftigen (lesen, reflektieren, Events besuchen…)
      * Mit Menschen in deinem Umfeld darüber sprechen. Und Menschen suchen, die auf einer ähnlichen Suche sind.
      Ich werde da in einem Artikel mal mehr drüber schreiben.
      Herzliche Grüße!

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